AW: Haustier(e) - ja oder nein? - Dieser Beitrag ist 475 Tage alt Zu dem Thema könnte ich einen ganzen Roman schreiben. Noch bevor wir Kinder bekamen, hatten wir einen zahmen, sprechenden Wellensittich. Als der starb, kauften wir zwei neue Wellensittiche, die aber nicht zahm wurden oder sprechen lernten, es wurde den Kindern dann bald langweilig. Aber da wir die Vögel nur gekauft hatten unter der Bedingung, dass die Kinder für ihre Pflege zuständig seien, mussten sie füttern und Wasser geben (okay, ging auch mal vergessen, dann war ich ja da), aber, und da war ich eisern, jeden Sonntag vormittag wurde der Vogelkäfig von uns dreien gemeinsam sauber gemacht. Dann starb ein Vogel, den anderen gaben wir zu einer Freundin in die Voliere und stiegen auf zwei Meerschweinchen um - mit denen kann man nämlich kuscheln! Auch hier mussten beide Kinder sonntags morgens den riesigen, manchmal stinkenden Käfig sauber machen, es gab nur selten eine Ausnahme. Gefüttert und geschmust haben sie immer gerne. Schon immer wollten die Kinder einen Hund, aber da ich noch berufstätig war, ging das eben nicht. Dann wurde mein Arbeitsplatz wegrationalisiert, ich blieb zuhause, ein Meerschwein starb, das andere gaben wir Freunden, denn Meerschweinchen können nicht gut alleine sein. Und da gab es keinen Ausrede mehr wegen des Hundes. Damals war die Tochter fünf und der Sohn elf. Wir holten einen Mischling von "Tiere in Not", von Anfang an war die Aufgabenteilung klar: Mutter geht morgens Gassi, Sohn mittags, Papa zur Nacht. Nachdem der Reiz des Neuen erloschen war, fing das Gemaule an. Ich kannte aber keine Gnade. Hatte der Sohn zu viele Hausaufgaben auf, um Gassi zu gehen, sagte ich, dass er eine Pause an der frischen Luft bräuchte und am besten den Hund mitnehmen würde, dann könne er wieder besser lernen. Das zog, irgendwann begannen die Freunde mitzugehen und alle hatten Spaß. Als meine Tochter fast dreizehn wurde, war sie endlich kräftig genug, den großen Hund auch bei einer mögl. Beißerei zu halten, die Kinder wechselten sich ab, bis der Sohn wirklich nicht mehr konnte. Inzwischen geht meine Tochter jeden Nachmittag, oft geht ihre Freundin mit, wenn sie mal nicht kann, tauschen wir einen Dienst. Übrigens macht unser Hund nicht in den Garten, weder groß noch klein... Deiner Freundin würde ich sagen, Meerschwein ist schon okay, aber dann zwei. Hamster geht gar nicht, die sind nachtaktiv u. pennen tagsüber. Katze schmust - aber nur, wenn sie es will. Die Tochter einer Freundin hatte eine Maus, ist aber auch nicht jedermanns Sache, Dafür leben die nicht so lange... Die Freundin meiner Tochter hatte einen Hasen, das war auch recht unproblematisch, aber die können auch kratzen... Hund ist schon was tolles, aber eben wie ein weiteres Kind. Bei allem, was man plant, muss man an den Hund denken: mitnehmen, alleine lassen, in Pflege geben....? Auf jeden Fall sollte vor der Anschaffung eines Tieres klar sein, - dass niemand allergisch reagiert auf Tierhaare - dass die Anschaffung eines Tieres auch Folgekosten (Futter, Tierarzt, ggf. Versicherung) verursacht - dass jedes Tier Arbeit macht - dass das u. U. eine Anschaffung für viele lange Jahre ist und man damit gehörig Verantwortung übernimmt. Empfehlen würde ich auch, vor der Anschaffung eines Kleintieres mal im nächsten Tierheim vorbeizuschauen. Die platzen aus allen Nähten wegen unbedacht angeschaffter Tiere, die dann dort abgegeben wurden, und sind sehr froh, wieder mal welche vermitteln zu können, oft sogar noch mit dem Käfig. Die Pfleger dort beraten meist auch sehr gut - im Gegenteil zu Händlern, die wollen einfach nur verkaufen! Viele liebe Grüße unbekannterweise die Tierliebhaberin Ute PS: ein Aquarium hatte meine Tochter auch mal - würde ich nie wieder zulassen!     |