Hallo,
Wut, Trauer, Enttäuschung - all diese negativen Gefühle sind normal. Haben wir alle.
Kleine Kinder sind oft selbst von ihrem Gefühlschaos überwältigt. Ich finde es wichtig, dem Kind zu helfen, mit seinen Gefühlen umzugehen.
Verständnis für das Kind mit seinem Gefühl ist mir wichtig und viele Kinder, die sich verstanden fühlen, geht es dann schon besser.
So sage ich zB zu meiner Tochter: "Jetzt bist Du aber sauer, weil Du die Schokolade nicht bekommst." Anja: "Jaaa". "Das versteh ich, da wäre ich auch enttäuscht."
Empathie (mitfühlen können, einfühlsam sein) finde ich sehr wichtig und lebe es vor und Anja hat bereits hervorragende empathische Fähigkeiten entwickelt. Sie ist auch sehr hilfsbereit. Mittlerweile brüllt sie nicht mehr einfach rum, sondern sagt "Jetzt bin ich sauer!" Und stampft dabei vielleicht mal mit dem Fuß auf und verschrenkt die Arme. Sie ist aber weiterhin "ansprechbar" und wir können gemeinsam rausfinden, warum sie sauer ist (sagt sie meistens schon selbst dazu) und wie wir ihr Problem so lösen können, dass alle Beteiligten zufrieden sind.
Empfehlenswerte Autoren zu diesen Themen sind Thomas Gordon (Familienkonferenz) und Jesper Juul (Grenzen, Nähe und Respekt).
Grundsätzlich lasse ich mein Kind mit seinen Gefühlen nicht allein, ich bedrohe und besteche sie auch nicht. Ich spreche ihr das Recht zu, auch einmal negative Gefühle zu haben und auszudrücken (und helfe ihr, das nicht in Form eines Wutanfalles zu tun). Jeder weiss, dass ein "in sich hineinfressen" von negativen Gefühlen langfristig keine guten Folgen hat.
Jemand hat geschrieben, dass er sich nicht auf einen Machtkampf einlässt. Aber wenn der Erwachsene einfach seinen Willen durchsetzt ohne auf die Bedürfnisse des Kindes zu achten, so empfinde ich das als Machtmissbrauch. Denn der Erwachsene hat eben "die Macht" über das (noch) wehrlose Kind.
Und wie gesagt, das Bedürfnis des Kindes ist nicht unbedingt die Schokolade im Supermarkt, sondern oft das Verständnis der Eltern für seine Situation und Hilfestellung.
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- 12.12.2007 13:11 #7Noch neu hier

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AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen...
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Liebe Grüße
Claudia mit Anja (05/05) und Sarah (07/07)
Klick mal rein: http://www.diekleinenraben.org
- 14.12.2007 01:16 #8
AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen... Hallo Claudia,
die Gefühle meiner Tochter, was sie bewegt, ärgert oder traurig macht, sind mir ebenfalls sehr wichtig und ich nehme diese durchaus sehr ernst. Allerdings gibt es im Alltag mit einem 2jährigen Kind, das selbst von den eigenen Gefühlen überwältigt ist und noch nicht recht damit umzugehen weiss, oft Situationen, wo es nicht unbedingt möglich ist, auszudiskutieren, dass die kleine Maus jetzt einen Wutausbruch hat, weil sie nicht einfach alleine über den stark befahrenen Parkplatz rennen darf.
Ich nehme an, Du beziehst Dich hier auf mein Posting vom 11.11.2007, allerdings gibst du das von mir geschriebene hier in einem völlig falschen Zusammenhang wieder. Lies Dir das bitte nochmals durch. Es ist keine Rede davon, dass ich gegenüber Tochter einfach meinen Willen durchsetze, ohne auf ihre Gefühle zu achten. Kinder entdecken in dem Alter nun einmal, dass sie ihren Willen heftig demonstrieren können und steigern sich dann auch schnell mal ein wenig rein und haben dann zunächst mal kein Ohr für ein "vernünftiges" Gespräch ala "ich verstehe, dass Du wütend bist, weil Du die Weinflasche nicht auf den Boden werfen darfst". Es geht also zunächst darum, sie wieder auf eine ruhige Ebene zu bringen und das klappt eben gut mit zunächst mal überraschen und dann kann man sie auch wieder erreichen und erklären, warum etwas jetzt nicht geht. Trotzdem gestehe ich meiner Tochter zu, negative Gefühle zu haben und diese auch zu zeigen, das eine schließt doch das andere nicht aus.
Aber um eines noch klarzustellen, ich werde keine Sekunde zögern, meiner Tochter meinen Willen aufzuzwängen, wenn ich sie dadurch davor bewahren kann, vor ein Auto zu laufen oder aus dem Fenster zu stürzen.
LG Lotta
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*Glück kann man nicht kaufen, Glück wird geboren !
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ *~*~*~*~*~*~*~*
- 15.12.2007 21:26 #9
AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen... Hallo Lotta,
Mit dem letzten Satz sprichst du mir aus der Seele. dickenschmatzer
LG Esther
- 19.12.2007 08:30 #10Noch neu hier

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AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen... Halo Pipilotta,
Klar. Darf meine auch nicht.Wenn sie nicht an der Hand gehen will, sondern lieber rumlaufen etc. will, dann nehme ich sie kurzerhand auf den Arm. Und manchmal protestiert sie dabei. Dennoch achte ich auf meine Wortwahl und sage nicht "Du tust jetzt was ich Dir sage und Basta!" sondern sage "Ich weiss, Du bist jetzt sauer. Aber hier fahren Autos und das ist gefährlich. Wenn Du nicht an meiner Hand bleiben willst, dann muss ich Dich eben hochnehmen."
Manchmal kommt diese Erklärung auch später, wenn sie sich beruhigt hat.
Anja ist jetzt 2,5 jahre alt und hat nur noch wenige Wutausbrüche. Oft sagt sie (in normalen Ton): "Ich bin sauer" oder "Ich bin traurig weil Du weggegangen bist".
Natürlich. Das ist doch klar.
- 19.12.2007 11:02 #11
AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen... Hallo Claudia,
ich habe das auch so verstanden wie Lotta. Du kamst mit deiner Aussage so rüber als wenn du die absolute Übermutter bist die nie Fehler macht. Sorry das habe ich nicht geglaubt. Ich überlege auch wie ich Ben etwas sage und bin auch meistens freundlich,
aber es gibt Situationen da bin ich einfach nicht so gut drauf und leichter genervt.
Ich erkläre ihm dann auch meine Stimung damit er versteht das man auch mal Brummig ist. Ich finde das ganz normal ihm zu zeigen das nicht immer Friede Freude Eierkuchen ist.
LG Esther
- 19.12.2007 13:13 #12Profi Chatter





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AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen...
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Hallo Ihr Lieben,
ich persönlich erlebe auch gerade so ein Wechselbad der Gefühle, Wut und Trotz sind bei uns seit kurz vorm 2. Geburtstag an der Tagesordnung. Da ich Zwillinge habe, ist es ganz interessant zu beobachten (wenn man ruhig genug ist drüber nachzudenken) wie unterschiedlich das abläuft: trotzt und wütet der eine, ist der andere besonders lieb und brav in der Situation und umgekehrt. Ich erlebe also tagtäglich Höhen und Tiefen, extreme Schmuserei mit Küsschen geben und dann wieder das totale Extrem, das manchmal sogar so weit geht, dass sich Henrik oder Björn dabei selbst weh tun indem sie vor Wut sogar mit ihrem Köpfchen auf die Fliesen oder einen Schrank hauen oder mir die Brille von der Nase reissen, sich dort, wo sie laufen sollen, bockig auf den Boden setzen oder legen (besonders unpraktisch, wenn man alleine mit den Zweien unterwegs ist... *seufz*).
Die letzte Zeit hab ich nicht gewusst, was ich machen soll, wo meine Fehler liegen, wie man umgehen soll mit dieser Trotz-Zeit. Oft hab ich mich verloren, unsicher und wütend gefühlt und tue es immer noch, weil die Phase noch anhält, bemerke aber mittlerweile, das es schon etwas besser geworden ist.
Da tut es einem als Mama gut, wenn man auf andere trifft, die ebenfalls in der gleichen Lage mit ihren 2-3 jährigen sind und stellt plötzlich fest, das es anscheinend für diese Phase keine wirkliches "Allheilmittel" gibt, was man zwar schon vorher wusste, aber einem dann auch wieder bewusst wird: Jedes Kind ist anders, jede Mama und jeder Papa natürlich auch! ;-)
Noch ein Wort zu der Diskussion weiter oben: als ich dein posting zum ersten Mal las, Claudia, erging es mir so ähnlich wie Lotta und Esther, es kam ein bisschen "Übermutter"mässig auch bei mir an, das will ich nicht verschweigen. Heute habe ich dein posting nochmal gelesen und sah es in einem anderen Licht, weil ich auch Dein zweites posting dazu hatte und heute wohl auch besser drauf bin als ich es neulich war...*grins*. Scheinbar muss halt jeder seinen eigenen Weg finden, mit solchen Phasen zurechtzukommen. Jeder macht mal Fehler oder aber es gelingt einem was und man hat einen besonders guten Tag, es läuft, das Kind lächelt einem an, ist lieb und benimmt sich so, wie man es sich wünscht.
Ich glaube wohl, es gehört dazu, damit einer vom anderen lernen kann: das Kind von uns und wir vom Kind und manchmal auch von anderen Mama's und Papa's... (Sammlerin, wenn Du das hier liest, denk ich übrigens gerade dankbar an Dich und Deine Worte...).
Ich wünsch Euch was,
liebe Grüsse,
Tina
Liebe Grüsse
Tina

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