AW: Wut, Trotz, Quengeln, Zorn, Krokodilstränen... - Dieser Beitrag ist 226 Tage alt Hallo,
Wut, Trauer, Enttäuschung - all diese negativen Gefühle sind normal. Haben wir alle.
Kleine Kinder sind oft selbst von ihrem Gefühlschaos überwältigt. Ich finde es wichtig, dem Kind zu helfen, mit seinen Gefühlen umzugehen.
Verständnis für das Kind mit seinem Gefühl ist mir wichtig und viele Kinder, die sich verstanden fühlen, geht es dann schon besser.
So sage ich zB zu meiner Tochter: "Jetzt bist Du aber sauer, weil Du die Schokolade nicht bekommst." Anja: "Jaaa". "Das versteh ich, da wäre ich auch enttäuscht."
Empathie (mitfühlen können, einfühlsam sein) finde ich sehr wichtig und lebe es vor und Anja hat bereits hervorragende empathische Fähigkeiten entwickelt. Sie ist auch sehr hilfsbereit. Mittlerweile brüllt sie nicht mehr einfach rum, sondern sagt "Jetzt bin ich sauer!" Und stampft dabei vielleicht mal mit dem Fuß auf und verschrenkt die Arme. Sie ist aber weiterhin "ansprechbar" und wir können gemeinsam rausfinden, warum sie sauer ist (sagt sie meistens schon selbst dazu) und wie wir ihr Problem so lösen können, dass alle Beteiligten zufrieden sind.
Empfehlenswerte Autoren zu diesen Themen sind Thomas Gordon (Familienkonferenz) und Jesper Juul (Grenzen, Nähe und Respekt).
Grundsätzlich lasse ich mein Kind mit seinen Gefühlen nicht allein, ich bedrohe und besteche sie auch nicht. Ich spreche ihr das Recht zu, auch einmal negative Gefühle zu haben und auszudrücken (und helfe ihr, das nicht in Form eines Wutanfalles zu tun). Jeder weiss, dass ein "in sich hineinfressen" von negativen Gefühlen langfristig keine guten Folgen hat.
Jemand hat geschrieben, dass er sich nicht auf einen Machtkampf einlässt. Aber wenn der Erwachsene einfach seinen Willen durchsetzt ohne auf die Bedürfnisse des Kindes zu achten, so empfinde ich das als Machtmissbrauch. Denn der Erwachsene hat eben "die Macht" über das (noch) wehrlose Kind.
Und wie gesagt, das Bedürfnis des Kindes ist nicht unbedingt die Schokolade im Supermarkt, sondern oft das Verständnis der Eltern für seine Situation und Hilfestellung. |