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Alt 17.04.2007, 21:09
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mämchen
 
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Standard AW: "Selbstbeschäftigung" - Dieser Beitrag ist 445 Tage alt

Ich warte die ganze Zeit darauf, dass jemand mal von LEGO erzählt. Unser Sohn hat von klein auf damit gespielt, natürlich dem Alter entsprechend immer mehr Ausdauer und Phantasie entwickelt. Als er 14 war hatte er sich zu Weihnachten noch mal Straßenplatten gewünscht - und dann nicht mal mehr ausgepackt. Da war LEGO über Nacht vorbei.
Wir hatten außerhalb einen sehr großen Garten, da kamen außer dem eigenen meistens noch mehrere andere Kinder mit, die gruben Löcher und Höhlen, bei uns im Wohngebiet spielten sie mit Walkie-Talkies Geheimagent oder auf der Plattform im Nussbaum UNO und Brettspiele. Ein selbst gebauter Basketball-Korb hängt immer noch am Carport, die Tischtennisplatte wird auch noch benutzt. Irgendwann kam der eigene PC, später hatten wir 24-Stunden-Netzwerkparties, toll für mich: sie haben vorher den Keller aus- und aufgeräumt und gesaugt, hinterher auch, es gab weder Allohol noch Zigaretten, denn sonst hätten die Jungs (alle 16, 17) nicht durchgehalten.
Die Tochter sitzt heute noch mit ihrer Freundin im Baum, wenn kein Wind geht spielen sie Karten. LEGO war bei ihr nicht so ein Thema, aber Barbie hat sie bis sie 12 war stundenlang gespielt, allerdings im letzten Jahr sich dazu im Bad eingeschlossen, dass keiner sie dabei erwischt... Es wurden Vögel, Fische, Mäuse beerdigt - mit Grabstein. Alles mögliche mit der Lupe oder unterm Mikroskop betrachtet. Salzteig, Pappmache, Meisenringe selbstgemacht sind immer noch aktuell. Sie liest sehr gerne, und am Familien-PC hat sie mit ihrer besten Freundin eine Geschicht mit mehreren Kapiteln erfunden: "Der Kristall im Ozean Ligual". Während sie schrieb, was beide sich ausgedacht hatten, malte ihre Freundin die Bilder - wunderschön!
In den Ferien, als sie elf waren, haben sie Kochbücher geschrieben, mein Mann hat sie kopiert und heften lassen, die haben sie verkauft bzw. zu Weihnachten verschenkt. Unsere Nüsse haben sie gesammelt und selbst abgewogen, verpackt und bei den Nachbarn oder Passanten verkauft. Als Larissa klein war, haben wir Hundefriseur gespielt, jeden Abend das selbe Ritual.

Ich bin der Meinung, man muss nicht für seine Kinder den Alleinunterhalter spielen, egal ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Aber ein paar Anregungen brauchen sie, und man muss auch mal was durchgehen lassen können. Einmal war ich mit einer Freundin und unseren Hunden spazieren, da fiel meiner Tochter (10) ein, sie müsse einen Kuchen backen. Sie nahm Butter, Zucker, Eier und Mehl, rührte alles zusammen, strich es auf ein Blech und schob es in den Ofen. Inzwischen kochte sie einen Schoko-Grießbrei, Rezept hatte ich ihr mal aufgeschrieben, und strich ihn auf den gebackenen Kuchen. Der war natürlich hart wie Kekse, kaum vom Blech abzukriegen - aber die Brocken schmeckten toll! War ihr mal so eingefallen, ohne Rezept, um uns eine Freude zu machen und weil ihr grade langweilig war, ich hab mich riesig gefreut, auch wenn das Blech zwei Tage eingeweicht bleiben musste!

Ach, wenns auch manchmal stressig war, es war doch eine schöne Zeit...

Ute
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