Heute ist Ostersamstag. Der "Dummfrager" unseres Radiosenders spricht Leute auf Ostern an, Ostern, die Geburt Christi. Viele wissen sofort bescheid, jeder sagt etwas dazu. Alles religiös informierte Leute, einer weiß mehr als der/die andere.
Uuuups - Ostern?!? Ich hab mal was anderes gelernt. Auch wir sind nicht die regelmäßigsten Kirchgänger, aber die Kirchenfeste und ihre Bedeutung sind uns geläufig. Glaube spielt sich für uns nicht nur im Gebäude Kirche ab, auch die Schönheiten der Natur lassen mich an eine "höhere Macht" glauben. Respekt vor anderen Lebewesen ist auch eine Art "Gottesdienst".
Ich bin "locker evangelisch" erzogen, mein Mann von einer streng kath. Mutter, die ihn fast in die Kirche geprügelt hat und stets den Inhalt der Predigt abgefragt hat - auch, als wir schon verlobt waren. Mein Mann hat eine Aversion gegen die Institution Kirche entwickelt und ist nur noch an Weihnachten in einen Gottesdienst zu kriegen.
Gestern, am Karfreitag, wurde im Nachbarort zum 25. Mal die Verurteilung und Kreuzigung Jesu nachgespielt - eine beeindruckende, vonTausenden verfolgte Veranstaltung, die die Bibel lebendig werden läßt. Früher haben wir es mit den Kindern angesehen.
Morgen werden meine Tochter und ich in den Osternacht-Gottesdienst gehen, Beginn 5.30 Uhr, wir erleben den Übergang von der Dunkelheit ins Licht. Ich freue mich darauf.
Tisch- und Nachtgebete sprachen wir zu Kindergartenzeiten, heute ist das kein Thema mehr.
Wie lebt ihr "Religion in der Familie"?
Liebe Grüsse
Ute
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Thema: Religion in der Familie
- 07.04.2007 20:31 #1mämchenGast
Religion in der Familie
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- 07.04.2007 22:17 #2MonstiGast
AW: Religion in der Familie Hallo Ute,
auch ich wuchs in einer "sehr katholischen" Familie auf. Wir beteten vor jedem Essen, ich war jeden Sonntag in der Kirche, zeitweilig auch begeisterte Messdienerin, war lange in der "Frohschar" und studierte schließlich auch noch katholische Theologie, und zwar bis zum geschafften Examen.
Ich bin sehr gläubig, aber nicht mehr an irgendwelchen konfessionellen Institutionen interessiert. Ich habe inzwischen auch einen eher pantheistischen Glauben entwickelt, d.h. für mich ist alles um mich herum göttlich, einschließlich meiner unbedeutenden Wenigkeit. Am christlichen Glauben schätze ich vor allem den banalen Satz: "Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst." Dieser ist für mich der rote Faden meines Lebens. Diese schlichte Aussage Jesu überfordert niemanden, denn wer sich selbst nicht liebt, kann andere auch nicht lieben. Es wird mit diesem einfachen Satz Rücksicht auf die Befindlichkeit des Individuums genommen.
Nichtsdestotrotz schätze ich die kirchlichen Traditionen (gerade bei uns im Dorf), obwohl ich an ihnen nur sehr selten teilnehme. Ab und zu gehe ich in die Kirche, aber nur außerhalb von Messen. Dort bin ich alleine, sammle mich und bete auch.
Hätte ich Kinder, würde ich meine Gläubigkeit sicherlich offensiver und ziemlich sicher auch wieder mehr in der katholischen Tradition leben. Aber niemals würde ich meine Kinder zu einem Kirchgang zwingen.
Liebe Grüße und frohe Ostern!
Angie
- 07.04.2007 22:18 #3MonstiGast
AW: Religion in der Familie Nachtrag: Heute ist nicht Ostersamstag, sondern Karsamstag.
LG Angie
- 07.04.2007 23:16 #4TeetanteGast
AW: Religion in der Familie Nach 2,5 Jahren in einem katholischen Internat als einzige Evangelische glaube ich an gar nichts mehr, was mit der Institution Kirche zu tun hat. Ich bin ausgetreten, bevor ich mein erstes Ausbildungsgehalt bekommen habe, wir haben "nur" standesamtlich geheiratet und gehen auch nicht pseudomäßig an Weihnachten in die Kirche!
Ich bzw. wie können sehr gut damit leben, Kirchen sehen mich nur von innen, weil ich sie mir anschauen möchte oder mich der jeweilige Baustil interessiert.
Liebe Grüße, Andrea
- 08.04.2007 09:27 #5mämchenGast
AW: Religion in der Familie Wo du Recht hast, hast du Recht.
In unserem Kalender steht ja gar keine Bezeichnung drin, die Aufzählung dieses besonderen Wochenendes im Sprachgebrauch hier in unserer Gegend ist: Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersamstag, Ostersonntag, Ostermontag.
Ich habs einfach so übernommen, ohne darüber nachzudenken. Jedenfalls hat Ostern heute für mich mit aufstehen um zehn vor fünf begonnen, ich bin mit meiner Tochter zur Kirche hinauf gelaufen, und der Gottesdienst begann unter einem uralten Lindenbaum rund um ein kleines Feuer. Alles war noch dunkel, man sah die Sterne am Himmel und ein paar Straßenlaternen in der Stadt. Später trugen wir das Licht in die Kirche, alles in allem ein sehr schöner Gottesdienst.
Es war eine Andacht in mir, in der viele von euch und aus PF mit dabei waren. Ich möchte allen den Frieden und die Ruhe schicken, die mir heute zuteil geworden sind.
Noch was: die Teilnehmer heute morgen waren zu 90 % Leute meiner Altesgruppe, so zw. Anfang 40 und Anfang 50. Einige hatten ihre großen Kinder mitgebracht, es waren auch zwei alte Ehepaare dabei. Aber ich war überrascht, denn das ist die Altersgruppe, die in kaum einem "Standard-Gottesdienst" zu finden ist.
Frohe Ostern
Ute
- 09.04.2007 10:52 #6Noch neu hier

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- 19
AW: Religion in der Familie
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Religion in der Familie,...dass ist bei uns kein wirkliches Thema.
Ich bin weder katholisch noch evangelisch erzogen.
Meinen Kindern überliess ich selbst die Entscheidung.
Da wir in unserem Dorf direkt gegenüber der Kirche wohnen weiss man wer da so ein und aus geht.Wer glauben will soll es auch tun.Mein Problem fängt immer zu Weihnachten an wenn ich beobachte das auch der ungläubigste hier in die Kirche geht.
Das ist für mich eine Art der Heuchelei die ich nicht bzw. nur schwer akzeptieren kann.
Meine Kinder wählten ihren Weg ebenfalls ohne den Glauben.
Ob gut uder falsch,wer mag das beurteilen...
Ich habe einen Platz an dem ich meine ganz persönliche Andacht halte,in mich gehe oder einfach nur die Natur auf mich wirken lasse.
Wenn es mir mal nicht so gut geht oder ich einfach mal nur allein sein will suche ich genau diesen Platz an einem versteckt gelegenen Kiesssee auf .Dort kann ich Stunden sitzen,aber heimwärts geht es dann immer irgendwie "getröstet".
Liebe Grüsse... Caro
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