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Wie erzieht ihr Eure Kinder?Dies ist eine Diskussion �ber "Wie erzieht ihr Eure Kinder?" im "Erziehung" Forum, als Teil von Elternfragen.net - Das Forum für Eltern und die, die es noch werden wollenHi Schalkemama! Sehe erst jetzt, daß Du mich etwas gefragt hast, sorry, habe ich gestern abend glatt überlesen! Also, ich habe mit 16 mein erstes ... |
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| Gast | Hi Schalkemama! Sehe erst jetzt, daß Du mich etwas gefragt hast, sorry, habe ich gestern abend glatt überlesen! Also, ich habe mit 16 mein erstes Bier getrunken, vorher zuhause mal heimlich am Sekt genippt und für mich beschlossen, daß mir das Zeug nicht schmeckt. Das erste Bier auf ner Fete war auch nicht so das Wahre, irgendwie habe ich erst so mit 20 mal was mehr getrunken, wenn wir abends unterwegs waren. Also selbst an Geburtstagen oder Silvester oder ähnlichem würde ich meinem "Kind" (Teenager trifft es ja irgendwie besser) keinen Feigling geben, verteufelt süß und dadurch merkt man ja den Alkohol gar nicht darin. Mal nen Alterwasser mit viel Limo drin und wenig Bier, das finde ich ok, aber auch eher nur an hohen Feiertagen. Eine WM wäre für mich kein Grund, meinem Kind so ein Biermischgetränk zu erlauben. Aber das ist meine Meinung, und ich stehe der Sache Alkohol sowieso sehr kritisch gegenüber, wieso und weshalb gehört hier aber nicht hin! Liebe Grüße, Andrea |
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| | #62 |
| Gast | komme erst jetzt zum antworten: @obelix: danke mir gehts besser - meine Kinder haben mich noch nie geschlagen.... Nee, im ernst, was da mal war, liegt ca. zehn Jahre zurück; wir haben reichlich Diskussionen (Sohn, 20, Tochter, 14) aber ich lege Wert darauf, dass keiner "im Bösen" aus dem Haus geht. Seit kurzem hat mein Sohn eine wunderhübsche Freundin, die am WE regelmäßig hier schläft, er ist sehr gereift und aus der "ich - ich - ich" - Phase raus. @BabsiO3: danke, tat mir wohl. @schalkemama: Variable Grenzen, das ist das Zauberwort! Meine Tochter ist vierzehn, das mit dem alleine weggehen fängt jetzt gerade an. Sie war samstags nachmittags imTanzkurs, anschl. in der Disco der Tanzschule, einmal im Monat ist xxl-Disco bis 22.00 Uhr. Wir haben sie bisher abgeholt, nun will sie die 6 km mit Bus/Bahn nach Hause fahren, sie ist ja kein Baby mehr. Aber an diesem Bahnhof hält sich so viel Gesindel auf, es fanden etliche Raubüberfälle z. T. durch Jugendliche statt, das ist Woche für Woche wieder Diskussionspunkt. Nun lassen wir sie um 20.03 Uhr mit dem Zug fahren, nach xxl-Disco hole ich sie ab. Alkohol probieren darf sie, seit sie das möchte (Sekt, 12J), aber sie hat immer nur mal dran geleckt, schmeckt alles nicht! Gut so. Mein Sohn war mit Mädchen wie mit Alkohol noch später dran, aber dann mußte er gleich so zuschlagen, dass er uns das offenen Treppenhaus vom Obergschoß bis in den Keller vollgek...... hat! Das war ein Spaß ! Inzwischen trinkt er mal einen Cocktail oder eine Weinschorle u. schlägt am Weinfest über die Stränge, aber meistens ist er mit dem Auto unterwegs und bleibt bei Cola. Das ist Ehrensache. @Teetante: gerade mit dem Alkohol kommt es meiner Erfahrung nach sehr auf den Freundeskreis an. Wenn sie meinen, mithalten zu müssen, um akzeptiert zu sein, stehen die Eltern oft auf verlorenem Posten. Einige Jungs aus Larissas Klasse gehen mit 14 bzw. 15 regelmäßig in den Stadtpark zum "abhängen u. saufen". Und wenn ich früher dachte, da gäbe es Unterschiede in den sozialen Ebenen, musste ich lernen, dass auch Gymnasiasten 8./9. Klasse sich einfach nur produzieren wollen! Sorry, ist ganz schön lang geworden, aber ich könnt noch weiter schreiben... Liebe Grüße Ute |
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| | #63 | |||||||||||||||
| Gast |
Ich stehe dieser Sache wohl deshalb sehr kritisch gegenüber, weil meine leibliche Mutter schwerste Alkoholikerin war bzw. immer noch ist, soweit ich weiß. Wir haben seit vielen vielen Jahren keinen Kontakt mehr, habe es vorgezogen mit meinem Vater damals zusammen für das Sorgerecht väterlicherseits zu kämpfen. Das nur mal so am Rande... Und ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, Alkohol zu trinken um sich in der Clique nicht zu blamieren. Das fand ich zu meiner Zeit schon doof und heute im Erwachsenenalter halte ich da auch nichts von. Liebe Grüße, Andrea | |||||||||||||||
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| | #64 | |||||||||||||||
| Gast |
ich hab nur erzählt wie es ist - Verständnis habe ich nicht dafür, und meine Tochter findet deren Verhalten abstoßend und dumm, regelrecht dumm. Ich muß ehrlich gestehen, dass ich das von Schülern dieses angesehenen Gymnasiums, wo viele Eltern die Nase hoch in die Luft halten, nicht erwartet hätte. Es geht ja noch besser: muß man sich in der Freistunde nen six-pack kaufen u. leer machen? In der Folgestunde Papierkugeln knüllen, mit Deo einsprühen und anzünden? Und, wenn man gerade schon dabei ist, dem ehrgeizigen Mitschüler, der Hausaufgaben macht statt Blödsinn, die Haare anstecken? >>>>>>>>>wie bin ich hier jetzt hingeraten?<<<<<<<<<<<<<<<<< ach ja, Alkohol. Aber zu dem, was ich im Eifer des Gefechtes grade noch geschrieben habe: hier könnten wir wieder mit der häuslichen Erziehung und dem "Grenzen setzen" anfangen... Liebe Grüße Ute | |||||||||||||||
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| | #65 |
| Gast | Hi Ute! Ich wollte gestern abend auch nur mal kurz meine schon sehr krasse Einstellung gegenüber Alkohol bei Jugendlichen begründen, nicht das hier der Verdacht aufkommt, ich sei irgendwie so ne Ökotante oder so was. Ich trinke ja heutzutage auch mal was, aber eben, weil ich Lust dazu habe und nicht, weil ALLE trinken an dem Abend. Ich kann auch locker bei Tee (ja, den bestelle ich mir auch in der Kneipe!) den ganzen Abend sitzen und habe vielleicht mehr Spaß als die ganzen Leutchen, die sich die Birne zuhauen, weil wir ja in der Kneipe sitzen. Und ein Vorteil hat so ein Antialkoholischer Abend auf jeden Fall, der Morgen danach ist schön! Ohne Kater etc! Liebe Grüße, ich habe mir eben für heute abend eine Flasche Wein für uns kaltgestellt! ![]() Andrea |
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| | #66 |
| Gast | Hallo, Andrea, nee, wie ne komische Ökotante wirkst du nicht, dazu hast du schon zu viel von dir erzählt. Dass ein Mensch so ist, wie er eben ist, machen natürlich positive wie negative Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit, zuhause, in der Schule, im Freundeskreis. Und da du dich nun doch überwunden und kurz umrissen hast, warum du so kritisch gegenüber Alkohol eingestellt bist, kann ich dich sehr gut verstehen. Das ändert aber nicht, dass einige Jugendliche meinen, sie müßten "Koma-saufen" üben, kaum dass sie vierzehn sind. Meine Tochter erzählt offen, was in ihrer Klasse so Thema ist, oft sitz ich kopfschüttelnd mit ihr am Tisch. Was schalkemama erzählt, kann ich so unterschreiben, auch wenn Alkohol bei meiner Kleinen echt noch kein Thema ist: zuhause, wo man es im Blick hat, bei einem besonderen Anlaß, wenn alle ein bißchen lockerer sind und feiern, würde sie schon mal probieren dürfen - und wenn es ist, um festzustellen, dass Sekt nicht schmeckt und Bier schon gar nicht. Es ist wie mit Geld: man muss den Umgang damit üben, sonst stürzt man ab. Lasst euch den Wein heute abend schmecken, liebe Grüße Ute |
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| | #67 |
| Gast | Mal wieder zur Ausgangsfrage. Wir haben bei uns zu Hause ein Punktesystem eingeführt. Das sieht folgendermaßen aus. Ich habe mich mit unserer großen (5 Jahre) an einem Wochenende hingesetzt und hab eine Tafel aus Moosgummie und mit lustigem Clown gebastelt. Diese hängt bei uns in der Küche, an einem Platz, wo die lieben kleinen nicht ran kommen aber wo sie die Tafel schön sehen können. Die Tafel hat zwei Seiten (bei uns ist eine Gelb und eine Rot). Wenn die große nun etwas besonders Toll gemacht hat (zum Beispiel sie hat ihr Zimmer aufgeräumt, ohne das man stunden lang reden muß) gibt es einen Pluspunkt (gelbe Seite). Dieser wird mit bunten Stecknadeln angesteckt. Für besonders gute Taten gibt es auch schon mal zwei oder drei Pluspunkte. Wenn sie allerdings mal wieder ihren Dickkopf durchsetzten will und frech wird oder sowas, dann gibt es nen Minuspunkt (rote Seite). Diese Punkte werden am ende des Monats gezählt. Sie hat also genug Zeit auch mal nen Minuspunkt auszubügeln. Wenn sie am Ende des Monats Pluspunkte übrig hat bekommt sie diese als Taler ausgezahlt (wir haben da verschieden ausgedruckt). Die Taler haben die Wertigkeit von 1,2,5 und 10. Wenn Minuspunkte übrig sind dann bekommt sie die auch als Taler --> dafür haben wir Taler mit einem schwarzen Schaf. Die Taler legt sie sich gut weg und zählt immer mal wie viele Pluspunkte sie schon hat, da sie diese Sammeln kann. Zum Einlösen haben wir uns dann folgendes überlegt: Für 20 Punkte gehen wir mit ihr ein Eis essen (soll jetzt nicht heißen das wir das sonst nicht tun) Für 40 Punkte gehen wir ins Kino Für 100 Punkte gibt es eine Reitstunde extra (sie hat einmal die Woche Reitunterricht) Für 150 Punkte darf sie sich bei Toys UR Us für max. 15 Euro was aussuchen. Die Belohnungen kann man natürlich auch ändern. Wir haben das jetzt erstmal so gemacht und testen erstmal (haben das Punktesystem jetzt seid ca. 1/2 Jahr). Aber bis jetzt sind wir sehr zufrieden damit. Erwischen sie des öfteren, dass sie zählend in der Küche steht und danach in Ihr Zimmer geht und dort ihre Punkte zählt. Meist sind am ende vom Monat ca. 5 Pluspunkte übrig. Als braucht sie schon ne Zeit um die 150 zusammen zu bekommen. Wenn sie dieses Jahr in die Schule kommt wollen wir die Punkte auch auf die Noten ausdehnen. Wissen nur och nicht, wie viel wir nun für ne eins Pluspunkte geben und wie viel für ne sechs Minuspunkte. Aber es wird auf jeden Fall so sein, das sie ne schlechte Note schnell wieder ausbügeln kann. Im ersten Moment sieht dieses Punktesystem vielleicht etwas undurchsichtig aus, aber bei uns klappt es super. Unsere große hört seid dem besser und ist sogar richtig hilfsbereit geworden ( zum Beispiel Tisch abräumen ohne das man was sagen muß) Wenn der kleine alt genug ist, dann führen wir das bei ihm auch ein. Lg kuschelweich |
| Geändert von kuschelweich (28.01.2007 um 13:20 Uhr). | |
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| | #68 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Hallo zusammen, mit meinem ersten Sohn, bin ich recht früh schwanger geworden. Da war ich gerade 21 Jahre alt. Den zweiten bekam ich dann mit 30 Jahren. Ich habe mich aber immer schon versucht über Erziehung, Ernährung und allem rund ums Kind zu informieren. Sei es mit Büchern, Zeitschriften oder über TV. Man kann ja davon halten was man will, aber das eine oder andere konnte ich für meine Jungs gut gebrauchen. Man muß halt auf die Kinder eingehen. Sehen, was für ein Charakter ist es und auch mal ausprobieren. Nicht alles kann man auf jedes Kind übertragen. Da hab ich aus dem Bauch heraus entschieden und bin bis heute gut damit gefahren. Auch mir ist die Hand schon mal für einen Klapps ausgerutscht. Das tat mir dann aber immer gleich leid und als die Kinder alt genug waren, habe ich mich auch dafür entschuldigt und gesagt, warum mir gerade die Hand ausgerutscht ist. Kinder brauchen Grenzen und Regeln an die sie sich halten müssen, aber ich habe gelernt, das man mit seeehr viel Geduld und Konsequenz mehr erreicht als mit nem Klapps. Man muß auch nicht alles bis zum letzten ausdiskutieren. Manchmal muß ein Nein einfach ein Nein sein und Punkt. Eltern zu sein ist kein Kinderspiel. Es erfordert von einem viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Ich könnte noch ewig so weiter schreiben, will euch aber nicht überschütten. Wir können jedenfalls heute sagen, ja, wir sind den richtigen Weg gegangen. Denn unser Großer (23) hat zu uns gesagt:"Es war richtig, dass ihr mich immer in den A.... getreten habt." Er hat ne gute Ausbildung gemacht und auch eine Festanstellung bekommen. Seit zwei Jahren seine eigene Wohnung und unser Verhältnis ist besser als jemals zu vor. Und das ist es was am Ende zählt, was aus unseren Kindern wird, liegt in unserer Hand. |
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| | #69 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Hallo, schlagen (und das ist auch ein Klaps) ist keine Meinung, sondern eine Straftat: § 1631 BGB. Als Erziehungskonzept halte ich es für völlig unangebracht. Was soll ein Kind lernen, wenn es geschlagen wird? Schlagen ist OK, wenn: * man der Staerkere ist * man Recht hat * jemand anders einen Fehler gemacht hat * jemand einem wehgetan hat Und wo soll das auch hinführen, wenn Kleinkinder einen Klaps bekommen, weil sie Geschirr kaputtmachen ... wenn das größere Kind dann etwas klaut - setzt es dann eine Tracht Prügel ? Hier mal zwei Links zum Thema: Ein Klaps schadet nicht - oder ? Schläge vermeiden Das Wort "Klaps" ist eine verharmlosende Formulierung für Gewalt gegen Kinder. So, zum Thema "Wie erziehe ich mein Kind": Ich reiche meinem Kind die Hand und zeige ihm die Welt. Autoritäre Eltern nehmen ihre Kinder an die Hand und zerren sie in eine Richtung. Antiautoritäre Eltern lassen ihre Kinder planlos umherirren. Wir gehen Hand in Hand und helfen ihnen, ihren Weg zu finden. Mehr zu diesem Grundsatz findet ihr hier: Der Bergführer Ich respektiere mein Kind (seine Bedürfnisse, seine Würde) und behandle es dementsprechend. So, wie ich selbst auch behandelt werden möchte. Das Alter spielt bei diesem Grundsatz keine Rolle. Desweiteren bin ich von der Meinung des Familientherapeuten Jesper Juul überzeugt. Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben und eine Organisation gegründet: FamilyLab (die auch, welch Wunder, völlig ohne Klapse auskommt) |
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| | #70 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gast |
Hand in Hand gehen ist ja alles schön und gut, aber gewisse Grenzen wirst Du doch sicher auch aufzeigen, oder wie soll ich mir das bei Euch zuhause vorstellen?
Ich hinterfrage das hier deshalb so kritisch, weil es hier Nachbarskinder gibt, die auch nach diesem "Bergführer"-Schema erzogen werden, das Ergebnis sieht man am schlechten Benehmen anderen Kindern und auch Erwachsenen gegenüber. Wenn ich 2 mal nett und freundlich bitte, doch das Fußballspielen auf dem Parkplatz zu unterlassen und ich werde noch nichtmal beachtet geschweige denn, das Kind hört darauf und donnert erst recht den Ball in Richtung unserer Autos, dann frage ich mich wirklich, ob diese Erziehung so sehr sinnvoll ist! Gerade gestern erst ist es hier wieder gewesen, daß zwischen den Autos rumgetobt wird. Wenn dann aber wirklich mal was passiert, eine Beule ist das kleinere Übel, aber theoretisch könnte so ein Auto ja auch mal ein Kind überfahren, dann ist das Geschrei der Eltern groß. Ist jetzt vielleicht ein recht krasses Beispiel, aber irgendwo hört mein Verständnis für antiautoritäre Erziehung auf, nämlich immer dann, wenn die Kids auf nichts und niemanden mehr hören, selbst auf die eigenen Eltern nicht, weil da würde ich auch nicht drauf hören, wenn meine Mutter mich 100mal lieb und nett bittet, es sein zu lassen! Passiert ja eh nichts, wenn ich nicht darauf höre... Viele Grüße, Andrea | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| | #71 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Hallo und guten Morgen in die Runde, also.... wir kommen tatsächlich ohne Klapse aus. Trotzdem ist es keine antiautoritäre Erziehung. Ein Kind NICHT zu schlagen, heißt ja nicht, dass es machen kann was es will. Für mich ist wichtig, dass ich mich in erster Linie auf mein Kind einstellen muss und nicht das Kind sich auf mich einstellen wird/muss. Ich lese hier von Kindern im Alter von 1 Jahr und 10 Monaten, die augenscheinlich Mist bauen und dafür einen Klaps bekommen, als Erziehungsmethode. Ich gebe zu, dass man manchmal am Ende ist mit seiner Gedult, aber dann sollte man auch einmal schauen, ob man nicht einfach zu viel erwartet?! Inwieweit kann man von so kleinen Kindern erwarten, dass sie wissen was gut und was schlecht ist? Vieles geht doch noch gar nicht. Klapse sind meiner Meinung nach ein schlechter Weg, dem Kind bei seiner Entwicklung zu helfen. Sicherlich ist es nervig einer Mutter in einer Gaststätte zuzuhören die immer und immer wieder auf ihr Kind einsäuselt, dass es doch nun endlich still sitzen soll oder nicht mit den Fingern essen. Aber soll sie deswegen ihr Kind schlagen (ganz davon ab, siehe Vorbeitrag, dass das verboten ist...) Vielleicht sollte die Mutter einfach nicht in die Gaststätte gehen oder lieber in ein Schnellrestaurant, wo das Kind auch spielen kann, man mit Fingern essen kann und nicht auf erwachsen machen muss. Wenn ein Kind nur aus Angst vor einem Klaps ein Wohlverhalten zeigt, dann kann ich das nicht richtig finden. Im Gegensatz zu manchen Vorschreibern, haben die Klapse oder Schläge in meiner Kindheit bei mir nie geholfen, bis heute nicht. Was habe ich für Ärger bekommen, weil ich z.B. so unordentlich war. Ja und.... das hat sich bis heute auch nicht gebessert, eher im Gegenteil, heute erkläre ich meinen Eltern (die sich immernoch darüber aufregen), dass ich in meinem Haus tu und lasse, was ICH will. Unordentlich bin ich immernoch. Dafür, dass ich als Kind nie gelernt habe richtig mit Wut, Trauer und Angst umzugehen, oder mal mutig und frech zu sein (ein braves Kind ist nicht wütend, heult nicht ewig rum und wenn es verbotenes tut gibs was auf die Finger oder den Po) bin ich heute in psychotherapeutischer Behandlung. Finde ich eigentlich auch nicht so toll. Sicherlich bin ich auch ein besonders sensibles Wesen und bei manch einem hat das nicht so negative Wirkungen, aber warum kann man nicht nach Alternativen suchen. Das Gesetz fordert uns doch dazu auf (um nicht zu sagen, es zwingt uns sogar). <br> Da würde ich eine Diskussion wie diese schöner finden, wenn sie genutzt wird, sich darüber auszutauschen, was man denn tun kann, um Klapse zu verhindern. Also, wir machen wir es bzw. haben es gemacht?! Glaubt mir, eines steht fest ich habe auch immer wieder vor Situationen gestanden, wo ich schier am Verzweifeln war. Ich habe auch schon mal eine Tür zugeknallt und einen Brüller losgelassen. So wie Kinder dürfen auch Eltern mal wütend sein. Natürlich sollte man sich auch entschuldigen können (da dient man dann sogar als gutes Vorbild). Immer fröhlich säuselnde Eltern, das ist auch nicht authentisch. Wenn man auf sein Kind sauer ist, dann darf man das auch sein und auch sagen. Das ist aber etwas anderes als ein Kind für etwas zu bestrafen, um es von einem bestimmten Verhalten abzubringen. Wie erspare oder ersparte ICH mir die Klapserei? So als Beispiele fällt mir ein, dass z.B. in den Schränken wo mein kleines Kind rankam lauter Dinge drin lagen womit es hantieren darf. Somit entstand gar nicht die Situation, dass das Kind den Schrank ausräumt und Geschirr zerdeppert. Statt dessen saß es in der Küche und spielte auf Blech- und Plastikschüseln Schlagzeug. Ich habe dann auch nicht erwartet, dass es das alles selber wieder wegräumt. Das kann es ja noch gar nicht. Die "gefährlichen" Schränke hatten alle einen Sicherheitsverschluss. Türgitter sind auch eine hervoragende Lösung um sein Kind vor Gefahren zu bewahren und sich selbst vor dem Stress andauern NEIN sagen zu müssen. Bei uns war oft eins zwischen Kinderzimmer und Küche. Da kann man als Kind prima der Mutti beim Kochen zugucken und sich trotzdem nicht in Gefahr begeben. Natürlich will man selber mitkochen und Mutti muss immer wieder neue Dinge zum Spielen geben, damit Kind nicht knatschig wird. Aber man muss sich als Eltern auch für eine Weile davon verabschieden, dass das Leben so weiter geht wie bisher. Statt super Sonntagsbraten gibt es dann einmal mehr Tütensuppe, weil mehr mit Kindern nicht immer zu realisieren ist. Wir haben es jedenfalls immer nach dem Motto gehandhabt, dass man die Wohnung so einrichten muss, dass viele Gefahren nicht entstehen können und man sich damit auch ganz viel NEIN sagen ersparen kann. Dann ist mir irgendwann einmal der Satz eingefallen, dass ein Kind nicht dazu da ist, um uns den ganzen Tag Freude zu machen, sondern wir sind dazu da, um ihm zu helfen ein richtiger Mensch zu werden. Also wir sind gefordert uns auf das Kind einzustellen. Wenn es also negative Situationen gibt (z.B. ein schlagendes, beissendes Kind) müssen wir uns überlegen, was wir tun können, damit das aufhört. Wie kann ich einem Kind das Schlagen abgewöhnen, wenn ich es dafür schlage? Die Sache beisst sich selbst schon in den Schwanz. Ich habe immer die kleine Hand genommen und ernst gesagt, dass man das nicht darf. Mit zunehmendem Alter kann man einem Kind schon vermitteln, dass Wut erlaubt ist, aber schlagen nicht das richtige Mittel ist, um diese zu zeigen. Das dauert natürlich scheinbar ewig bis es Wirkung zeigt, aber wenn dann 3 Jahre später ein Kind da steht und wütend die Fäuste ballt und zähneknirschend wütend sagt "Oh man ich bin sooo wütend!" statt um sich zu schlagen dann kann man doch stolz sein, dass man das ohne körperliche Züchtigung erreicht hat. Übrigens kleines Kind davor bewahren auf die Straße zu laufen.... an die Hand nehmen oder bevor es in einem Wutanfall auf die Straße rennt untern Arm klemmen und das schreiende Etwas davon schleppen. Ob da ein Klaps wirklich hilft? Also ich kann natürlich nur von meinen Erfahrungen berichten, möchte aber allen Klapsbefürwortern Mut machen, nach Alternativen zu suchen, ohne jemandem jetzt dafür Vorwürfe zu machen. Unsere Tochter hat uns übrigens so mit ca. 2 eines Besseren belehrt, nämlich dass Schmerz nicht hilft, ein Kind davon abzuhalten Mist zu bauen. Sie hat unserem Kater immer und immer wieder an dem Schwanz gezogen. Nichts hat geholfen, meckern, Hand festhalten, reden… Dann hat der Kater sich umgedreht und ihr eins auf die Wange gelangt (ja ich weiß, total nachlässige Mutter, dass das überhaupt so weit kommen konnte). Es hat geblutet, Tochter hat gebrüllt wie am Spieß (wer mal eins von einerner Katze gelangt bekommen hat, weiß das ein Klaps dagegen gar nichts ist….) und…… eine halbe Stunde später wieder am Schwanz gezogen. Wir haben dann konsequent gedroht, den Kater wegzusperren und auch sofort reagiert. Das hat ewig nicht gewirkt und plötzlich (ich weiß nicht wie und wann) war es überhaupt kein Thema mehr. So habe ich es bei vielen Dingen beobachtet, dass sie scheinbar von selbst verschwinden. Plötzlich ist das unerwünschte Verhalten weg. Zum Trost: dann kommt garantiert was Neues. Ob das mit Schlägen schneller und nachhaltiger geht oder mit liebevoller Konsequenz?! Zumindest hat man bei letzterem nicht so ein schlechtes Gewissen und läuft auch nicht Gefahr, sein Vertrauensverhältnis zum Kind zu zerstören. Mein Lieblingssatz zum Schluss „Kinder müssen nicht „funktionieren“ und wer will schon ein langweiliges Kind haben, was immer artig ist?!“ Übrigens glaube ich, dass bei der ganzen Diskussion auch wichtig ist, dass Eltern ermutigt werden sollten nicht immer funktionierende, brave Kinder haben zu müssen, auch von anderen Eltern, Onkel und Tanten und Kinderlosen, dass es eigentlich normal ist, dass Kinder anecken müssen. Oft sind es doch die schiefen Blicke der anderen, die letztlich dazu führen, dass man als Eltern Angst hat in der Erziehung zu versagen.<br> Eltern sollten auch einfach nur Menschen sein dürfen und nicht immer den Anspruch erfüllen müssen, brave angepasste Kinder zu haben (oder alles richtig zu machen). Habe gerade am Wochenende meiner Mutter erklärt, dass die Welt heute ganz anders tickt und wir diese angepassten Kinder von früher gar nicht mehr gebrauchen können. Ja und Eltern müssen auch Möglichkeiten habe, sich mal von dem harten Job „Erziehung“ erholen zu dürfen. Mütter müssen von ihren Männern erwarten können, dass sie sie voll und ganz unterstützen und nicht darauf warten, dass täglich leckeres Essen auf dem Tisch steht. U.u.u. Mir fällt da noch so viel ein, ich möchte jetzt aber schließen. Und nicht böse gemeint (!!!), aber als ich noch nicht Mutter war hatte ich auch so Vorstellungen, meine Kinder haben sie alle über den Haufen geworfen, mit voller Kraft und ich bin auch mir gegenüber viel toleranter geworden und vor allen anderen Müttern gegenüber. Das ist aber echt nicht böse gemeint, ich finde es auch richtig, dass Du (Andrea) Dir so viele Gedanken machst, einiges davon wirst Du sicherlich auch als Mutter gebrauchen können und anderes revidieren, aber auch das ist in Ordnung und auch total wichtig, dass man seine Meinungen auch mal ändern darf, ohne dass einem das vorgehalten wird. Zustimmen möchte ich übrigens allen Muttis, die hier schrieben, dass psychische Gewalt, wie klein machen, bloß stellen, Angst machen, Kinder allein lassen in Zimmer einsperren u.ä. genauso schlimm ist wie körperliche Strafe. Also nicht zu klapsen, heißt noch lange nicht gewaltfrei zu erziehen. Liebe Grüße an alle Tanjamutti |
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| | #72 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Stillberaterin ![]() ![]() | Schläge sind immer Gewalt, sie können und dürfen nicht okay sein.
Zwischen antiautoritär und gleichwertig liegen Welten. Wenn ich mein Kind als absolut gleichwertig ansehen, mit den gleichen Rechten, was die Behandlung angeht, heißt das nicht, dass es tun kann, was ihm grade in den Sinn kommt. Viele Eltern finden aber leider die Balance zwischen begleitend und antiautoritär nicht. Ich denke aber auch, man kann sich auch selbst zu viel Streß machen. Manche Dinge verbietet man doch eigentlich nur "aus Prinzip", nicht, weil es wirklich irgendeinen Sinn machen würde. Wir kommen mit wirklich wenigen Neins und völlig ohne Schläge aus, und Sohnemann entdeckt grade seinen eigenen Willen. Einfach ist das nicht, aber es lohnt sich. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| | #73 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Schon immer habe ich mir den Grundsatz zu eigen gemacht: Kritisiere dein Kind nie vor Freunden oder anderen Mitmenschen. "Im stillen Kämmerlein", mal mit und mal ohne die Geschwister, wird dann diskutiert. Das haben sich meine Kinder sehr angenommen. Und wenn wir unterwegs sind und sie ihren Willen nicht bekommen, wird darüber auch erst zu Hause geredet. Bis dahin läuft das Verhalten ohne Zwischenfälle. Ich habe mir auch schon immer angewöhnt - diese Zeit gehört mir. Dort stört mich auch kein Kind. Ich respektiere die Tür zum Kinderzimmer und meine Kinder vertrauen mir auch, deshalb hat auch noch keines den Schlüssel gebraucht. Leider bekam auch schon ein Kind mal einen Klaps. Durch einen sehr schlimmen Vorfall habe ich mir diese "Unart" aber abgewöhnt. Eines meiner Kinder hatte einen Schädelbasisbruch als Kleinkind. Seitdem hatte ich einen sehr großen Respekt vor dem Kinde und habe nicht wieder "geklapst". Obwohl dieses "Verzichten" in Stresssituationen sehr schwer fiel, habe ich es dennoch nicht getan. Und wenn ich eine junge Mutter sehe, die ihrem Kinde einen leichten Klaps gibt, dann verurteile ich sie nicht. Aber ich hoffe insgeheim, dass dies Ausnahmen sind. Wenn solch eine Situation aber ausarten sollte, würde ich freundlich meine Hilfe anbieten. Meistens reagieren dann aufgebrachte Kinder nicht mehr so aggressiv und die Mutter kann sich dadurch selbst auch abreagieren. Meine Tochter hat sich auch schon im Laden auf den Boden geschmissen und die Leute mußten über sie drüber steigen, kopfschüttelnd natürlich, weil ich als Mutter nicht reagiert habe. Draußen vor der Kaufhalle habe ich dann auf sie gewartet - und das Thema hatte sich erledigt (im Blickfang hatte ich meine Tochter zu jeder Zeit!). Kinder sind sehr ausdauernd - das habe ich von den Kindern gelernt! |
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| | #74 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gast |
diese Feststellung Deinerseits halte ich für völlig falsch. Auch ich habe als Kind mal Klapse bekommen, deshalb renne ich aber nicht schlagend durch die Gegend, im Gegenteil, ich kann mich sehr gut mit Worten verteidigen/wehren/auseinandersetzen und habe mich auch zu Schulzeiten nie geschlagen geschweige denn im Erwachsenenalter.
Ich habe mit meinem Mann gestern abend auch diese Bergführer-Methode diskutiert, er fragte mich dann auch nach Lektüre des weiter o. a. Links, "Aha, dann ist das Kind auf dem Berg in Begleitung der Eltern angekommen, hat vielleicht was gelernt, und dann, wenn es oben steht, fällt es auf der anderen Seite vom Berg herunter, weil es nicht gelernt hat, Grenzen zu erkennen". Ich sehe das ähnlich, vielleicht werde ich es, wenn ich mal Mutter sein sollte, wieder anders sehen, aber gewisse Regeln und Grenzen sollten einem Kind schon nahe gebracht werden. Viele Grüße, Andrea | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| | #75 |
| Stillberaterin ![]() ![]() |