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In dieser Diskussion geht es um "Sensorische Nahrungsverweigerung" im "Ernährung" Forum, als Teil von Elternfragen.net
Hallo, mein Name ist Sabine, bin 42 Jahre alt und neu hier. Da ich die Hoffnung habe, hier noch andere Eltern mit unserem Problem zu ...

  1. #1
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    2

    Frage Sensorische Nahrungsverweigerung


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    Hallo, mein Name ist Sabine, bin 42 Jahre alt und neu hier. Da ich die Hoffnung habe, hier noch andere Eltern mit unserem Problem zu treffen schreibe ich hier nun einfach mal los. Unser Sohn Lukas ist inzwischen 3 1/4 Jahre alt und hat Probleme mit dem Essen (weniger er als ich). Er hat sich bis heute noch nie etwas in den Mund gesteckt, weder Brezel noch Gummibärchen noch Würstchen oder sonstwas. Er ißt nur Müsli, Brei und Gläschen. Wir waren schon in der Kinderklinik und da wurde diese "Sensorische Nahrungsverweigerung" festgestellt. Inzwischen sind wir soweit daß er wenigstens die Mahlzeiten selbständig ißt, d.h. mit dem Löffel alleine ißt. aber sobald beim Essen irgendwie ein kleines Stückchen dabei ist fängt er das würgen an. Da der Arzt in der Klinik gesagt hat daß dies ziemlich selten ist und es Jahre dauern kann bis sich das ändert hoffe ich auf diesem Weg andere Eltern mit gleichem oder ähnlichen Problem zu treffen!!!

    Hoffentlich hab ich jetzt alles verständlich geschrieben und es meldet sich jemand zwecks Erfahrungsaustausch

    Viele liebe Grüße Sabine

  2. #2
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    1

    Standard AW: Sensorische Nahrungsverweigerung

    Hallo Sabine, ich heiße Silke, bin 41 Jahre alt und habe zwei Kinder (8 J. und 3 fast 1/4 J.). Ich bin diesem Forum beigetreten, weil ich über Google Deinen Beitrag gefunden habe. Auch bei unserem Kleinen wurde "Sensorische Nahrungsverweigerung" festgestellt. Er isst, genau wie von Dir beschrieben, nur Milchrei (morgens und abends), Menüglässchen ab 4. Monat (nichts mit Stücken - mittags). Die einzige Ausnahme sind einfache Butterkekse oder Vollkornkekse. Diese mittlerweile auch in abgewandelter Form, also zum Beispiel Zookekse, kleine Kekse oder Ähnliches. Vor ungefähr 1 Jahr kamen zwischendurch noch Vanillejoghurt und Fruchtzwerge hinzu. Sobald jedoch irgendwo ein Schokostück erscheint, mag er es schon nicht mehr. Er trinkt zudem ausschließlich Wasser ohne Kohlensäure. Keinen Orangensaft, keine Fanta, keine Milch - nichts. Sein Essen isst er mit großer Freude und auch entsprechende Mengen. Zu den Essenszeiten fordert er auch sein Essen ein. Isst er aus Versehen etwas Anderes, oder schmuggeln wir ihm was Anderes ins Essen, spuckt und würgt er solange, bis es wieder draußen ist. Seine sonstige Entwicklung ist absolut normal. Er ist topfit, sehr agil und eigentlich immer gut drauf. Das einzige ist, dass er noch nicht so gut sprechen kann. Aber auch das ist absolut im Normbereich. Wir haben im letzten Jahr nach der U7 (der Kinderarzt nahm seine Essgewohnheit gelassen und sagte einfach es sei noch kein Kind vor vollem Teller verhungert...) alle körperlichen Möglichkeiten untersuchen lassen. Wir waren beim HNO, für den Fall, dass er mit Mandeln oder Zunge Probleme hat - alles in Ordnung. Desweiteren waren wir beim Logopäden. Auch hier Bestätigung, alles ist in Ordnung und seine Sprachentwicklung hat nichts damit zu tun, dass er nichts Richtiges kaut. Er ist ganztags im Kindergarten seit er 10 Monate alt ist. Hier isst er jeden Tag mit den Kindern seiner Gruppe zu Mittag. Mittlerweile versuchen nicht nur die Betreuer, sein älterer Bruder und wir ihn zu anderem Essen zu bewegen, sondern auch seine Freunde! Wenn man ihn fragt, warum er z. B. keine Nudeln isst, antwortet er: ich esse nur Brei und Kekse. Er kann aber Essen sehr wohl dem Alter zuordnen. Er hat eine kleine Spielküche, in der er für uns und seine Spielzeuge "kocht". Für seinen Bruder und seine "Feuerwehrmänner" kocht er Nudeln und die bekommen Apfelsaft oder auch mal Cola zu trinken. Wenn man ihn dann fragt, warum die keinen Brei bekommen antwortet er in der Regel, dass die doch keinen Brei mehr essen, die essen Nudeln und Kartoffeln... Nach dem Ausschluss aller möglichen körperlichen Ursachen, waren wir der Meinung (auch weil alle um uns rum gesagt haben, der muss doch endlich was richtiges essen..), dass wir ihn über Weihnachten mal "aushungern". Wir haben ihm also keinen Brei und keine Kekse mehr gegeben und ihm stattdessen eine Banane, eine Milchschnitte (die isst sein Bruder gerne) und ein Toastbrot hingelegt. Am ersten Tag hat er sich laut beschwert und - Überraschung - nichts gegessen. Am zweiten Tag hat er nur noch leise gejammert, war nur noch in meinem Arm, wollte nicht mehr spielen oder lesen oder lachen und hat - Oh Wunder - auch nichts gegessen. Selbst Suppe oder selbst gemachten Kartoffelbrei. Ich habe dann am Abend des zweiten Tages abgebrochen, da ich nicht aus einem fröhlichen, gesundem Kind ein Krankes machen wollte.
    Im Januar, mit 2 1/4, waren wir dann im Sozialpädiatrischen Zentrum in Bielefeld. Hier war ein Kinderarzt aus München zu Besuch, der sich auf Essstörungen bei Kleinkindern spezialisiert hatte. Hier war auch ein Logopäde anwesend. Auch dieser hat bestätigt, dass Fred ( so heisst unser Kleiner), völlig normal entwickelt ist. Der Logopäde stellt dann noch ein paar Kleinigkeiten fest, die sich aber bis zum 4. Lebensjahr normal rauswachsen können oder auch nicht. Wie bei jedem anderen zweijährigen auch.

    Kurz und gut. Heute fast ein Jahr später hat sich nichts geändert. Unser Sohn hat diesselben Essgewohnheiten wie seit fast 2,5 Jahren. Und es sieht nicht aus, dass sich etwas ändert. Jeder ist ratlos. Die Erzieherinnen im Kindergarten, der Kinderarzt, Bekannte und Verwandte geben immer wieder "gute" Ratschläge, die aber allesamt nichts bringen. Ich bin es mittlerweile sooo leid, zu hören: "Das müsst ihr ihm unterrühren, gemeinsames Abendessen ist wichtig" und der nicht ausgesprochene Klassiker "Dann gibt es bestimmt andere Essstörungen in der Familie...."

    Ich finde es toll, endlich von einer anderen Familie zu hören, die dasselbe Problem hat. Ich höre immer nur, dass man das noch nie gehört oder gelesen hat in der Intensität. Es wäre daher schön, wenn wir uns mal treffen / telefonieren / mailen könnten. Wir wohnen in Paderborn. Wenn Du Lust hast, gib mir bitte Bescheid, ich stelle dann meine email-Adresse ein.

    Ach im Übrigen, unser 1. Sohn ist zwar wählerisch aber völlig normal.....! Lasst Euch nicht unterkriegen!!!

    Ganz liebe Grüße
    Silke

  3. #3
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    Standard AW: Sensorische Nahrungsverweigerung


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    Hallo Silke, ich wollte mich nochmal ganz herzlich für Deine Antwort bedanken. Ich hatte ja überhaupt nicht mehr damit gerechnet daß sich überhaupt jemand meldet!!! Zwischen den Tagen habe ich nun etwas Zeit (nach einer Fuß-Op vor 14 Tagen muß ich mich noch erholen bzw. muß den Fuß noch öfters hochlegen!!) und versuche jetzt unsere Geschichte auf "Papier" zu bringen.

    Bei Lukas hat es schon im Babyalter angefangen daß er sich praktisch nichts in den Mund gesteckt hat außer seinem Fläschchen, Schnuller manchmal seine Finger. Ich habe nur ein Bild auf dem er an einem Beißring rumschleckt. Aber auch etwas später in der Krabbelgruppe hat er, wo die anderen Kinder Reiswaffeln o.ä. in den Mund "gestopft" haben hat er sich einfach nicht dafür interessiert. Aber da hörte ich auch immer: "Das wird schon irgendwann". Wir haben auch ganz normel mit Karotten und Gläschen angefangen und er hat es auch alles gegessen. Da war es noch nicht so daß ich mir große Gedanken gemacht habe.
    Irgenwann (ich kann es nicht so richtig zeitlich einordnen) hab ich gedacht jetzt koche ich mal was und das soll er essen. Pustekuchen. Außer seine Gläschen ißt er nichts. Und immer wieder kam der Spruch daß es schon noch kommt. Der Kinderarzt hat es auch nicht so eng gesehen und hat immer gesagt "Verhungert ist noch kein Kind" aber das kennst Du ja.
    Jetzt mach ich nen größeren Sprung.
    Als Lukas 2 1/2 war hab ich mir gedacht: Irgendwie kommt da halt garnichts und hab das auch zum Kinderarzt gesagt. Da hat er vorgeschlagen daß ich Ihn mal in einer Kinderklinik vorstelle um mir evtl. ein paar Tipps zu holen. Da sind wir dann hingegangen . Leider waren es drei Termine an einem Tag. Da ist er Psychologisch, "normal" vom Kinderarzt und -ich sage immer Mundmotoriker- untersucht worden. Die Psychologin hat eine leichte Entwicklungsverzögerung festgestellt die sich aber ganz schnell "in Wohlgefallen" aufgelöst hat. Bei der Kinderärztin war alles normal und der Mundmotoriker hat ihm nur ein Salzstängele in den Mund gesteckt und dann war die Diagnose klar. Unser Kinderarzt hat dann auch gemeint daß, wenn wir wollen, noch weitere Diagnostik machen könnten aber das haben wir dann aber abgelehnt und dein Bericht bestätigt uns darin doch sehr.

    Wir hatten auch noch das Problem daß er nicht selber gegessen hat. Am 6.6.2011 hat er das erste mal selbst einen Löffel in die Hand genommen und hat selbst gegessen. Mann war ich da stolz!!! Lach!!
    Lukas trinkt morgens vor dem Kindergarten ein Fläschchen Milch, manchmal ißt er noch ein Müsli daß ich ihm dann meistens als "Brotzeit" mitgebe und mittags wieder mit nach Hause nehme. Mittags ißt er ein Gläschen- er ißt allerdings schon die mit Nudeln und Gemüse aber ohne diese komischen Fleischbällchen!!-, nachmittags einen Brei mit Obst und abends nochmal ein Gläschen oder in anderer Reihenfolge. Er ist ein kleiner zarter aber munterer und wissbegieriger Junge. Trinken tut er nur aus einem Fläschchen mit Schnulleraufsatz, also kein Becher oder Glas. Wie ist das denn bei Eurem?? Und trinken tut er auch nur stilles Wasser und eben die Milch. Und kalt mag er ja garnicht.
    Aber ich hab mir jetzt vorgenommen mir nicht mehr zu viele Gedanken zu machen. Es ist so wie es ist und man kann da einfach nichts forcieren.

    Ich hoffe Du bist durch meinen Bericht "durchgestiegen". Ich bin wohl doch nicht so ein toller Schreiber aber ich hoffe Du freust Dich trotzdem und wir können uns noch öfters austauschen. Ach übrigens, wir wohnen in der Nähe von München also mit einem Treffen wird es nicht so einfach sein aber ich hab mich unendlich über Deine (es könnte auch unsere sein) Geschichte gefreut.

    Ich wünsche Euch allen einen Guten Rutsch in neue Jahr!!! Und da hab ich dann wieder mehr Zeit!!!
    Liebe Grüße Sabine

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