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Alt 20.04.2007, 09:21
Shikoku Shikoku ist offline
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Standard AW: Wie lange sollte man stillen? Wie steht ihr dazu? - Dieser Beitrag ist 507 Tage alt

Hallo,

die weltweite durchschnittliche Stilldauer beträgt vier Jahre. Andernorts ist eine derartige Still-Länge völlig normal und nicht der Rede wert. Nur hier bei uns - gefangen in der Konsumwelt von Hipp, Alete & Co. - ist man von dem "natürlichen Weg" irgendwie abgekommen.

Zitat von Kinderarzt und 8-facher Familienvater Dr. William Sears:
"Psychologen und Eheberater berichten, dass eines der häufigsten Probleme der heutigen Jugendlichen und Erwachsenen darin besteht, dass sie Schwierigkeiten damit haben, eine wirklich dauerhafte, enge Beziehung zu einem anderen Menschen einzugehen. Teddybären, Schnuller und andere Ersatzprodukte haben dazu beigetragen eine Generation von Menschen heranzuziehen, die vor allem an Materielles gebunden ist. "
Ich bin von diesem Denkansatz ebenfalls überzeugt. Dies ist auch ein Grund für, warum ich mein Kind "lange" stille.
Es gibt aber noch mehr Gründe, warum ich es gut finde, sein Kind zu stillen.
  • Muttermilch deckt den gesamten Ernährungsbedarf eines Säuglings für die ersten sechs Monate. Sie verhindert Durchfall- und Mangelkrankheiten und ist die beste Nahrung für allergiegefährdete Babys.
  • Stillen senkt das Risiko für das Kind, am plötzlichen Kindstod zu sterben.
  • Muttermilch ist immer verfügbar, richtig temperiert, keimfrei.
  • Durch das Stillen bildet sich die Gebärmutter schneller zurück, es ist gut für die Figur und beugt Brust- und Eierstockkrebs vor.
  • In einer Studie, die vor wenigen Jahren in Bayern gemacht wurde, stellte man fest, dass das Risiko, dass Kinder später übergewichtig werden, immer geringer wird, je länger sie gestillt wurden.
  • In einer Studie wurde die Auswirkung des Stillens auf die Größe der Thymusdrüse bei Säuglingen ermittelt. Es wurde festgestellt, dass der Thymuswert bei vollgestillten Kindern im Durchschnitt 38,3, bei nicht voll gestillten 27,3 und bei Kindern, die mit Flaschenmilch ernährt wurden 18,3 war. Bei den gestillten Kindern blieb der Thymus groß, solange sie gestillt wurden und verkleinerte sich nach dem Abstillen allmählich. Man nimmt an, dass dieser positive Effekt der Muttermilch auf die immunmodulierenden Faktoren zurückzuführen sind, die in dieser enthalten sind.
    Der Thymus ist eine Drüse, die sich in Luftröhrennähe befindet und die eine wichtige Rolle in unserem Immunsystem hat. Sie verwandelt die Lymphozyten in T-Lymphozyten, die wichtig bei der Bekämpfung von Viren und anderen infektiösen Mikroorganismen sind.
  • Die Muttermilch enthält im zweiten Jahr des Stillens ein höheres Maß an bestimmten Antikörpern. Zum Beispiel das Lysozym, das die Zellwand der Bakterien zerstört, ist in größerer Menge in der Milch der Mutter eines 18 Monate alten Kleinkindes zu finden, als in der Milch der Mutter eines Sechsmonatigen. Die Mutter produziert auch weiterhin Antikörper gegen die Krankheitserreger mit denen sie konfrontiert wird und schützt dadurch ihr Kind indirekt über die Milch, solange sie stillt. Kinder, die jahrelang gestillt werden sind bedeutend weniger häufig krank.
  • Der Sauginstinkt bleibt jedem Kind jahrelang erhalten. Jeder findet es normal, ein Baby, das älter als 6 Monate ist, ja auch ein Drei- oder Vierjähriges mit einem Schnuller im Mund zu sehen. Wenn es stimmen würde, dass die Natur für den Menschen eine Stilldauer von lediglich wenigen Monaten vorgesehen hat, dann würde sie es so eingerichtet haben, dass nach dieser Zeit die Milch versiegt und der Sauginstinkt verschwindet, denn die Natur ist sehr ökonomisch, da wird nichts verschwendet. Die Milchproduktion richtet sich jedoch exakt nach den Bedürfnissen des bestimmten Babys/Kindes.
  • Studien aus vielen Ländern machen deutlich, dass die Menge der täglich produzierten Muttermilch zwischen dem 6. und 24. Lebensmonat des Kindes zwar abnimmt, aber dennoch durchschnittlich rund 500 ml beträgt und nach Bedarf erhöht werden kann. Kinder im 2. Lebensjahr decken ihren Energiebedarf zu 31% durch Muttermilch. Stillkinder im Alter von 13-18 Monaten erhalten bei gleicher Nahrungsmenge 25% mehr Energie als nicht gestillte. Ältere Kinder erhalten 17% mehr. Weiter decken Kinder im 2. Lebensjahr aus der Muttermilch ihren Eiweißbedarf zu 38%, außerdem ihren Vitamin- und Mineralienbedarf anteilig folgendermaßen:
    Vitamin A zu 100%
    Vitamin C zu 95%
    Niacin zu 41%
    Riboflavin zu 21%
    Folsäure zu 26%
    Kalium zu 44%
    Eisen zu 50%
    Die Vitamin C-Konzentration der Muttermilch für ein Kind gegen Ende des 1.Lebensjahres ist 3,3 mal höher als im Blutplasma seiner Mutter. Selbst wenn die Mutter erniedrigte Vitamin-C-Werte hat, wird es in der Milch 6-12-fach angereichert. Stillkinder erhalten so höhere Konzentrationen an Vitamin-C als Kinder, die mit Vitamin-C-angereicherter künstlicher Babynahrung, Gemüse und Früchten ernährt werden.
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