Einzelnen Beitrag anzeigen
  #3 (Permalink)  
Alt 28.10.2007, 21:20
Benutzerbild von henbjö
henbjö henbjö ist offline
Labertasche
 
Registriert seit: 20.04.2007
Geschlecht: weiblich
Bewertung: 3 Stimmen / 4.67 Durchschnitt
Beiträge: 915
Blog-Einträge: 7
Renommee-Modifikator: 2
henbjö befindet sich auf einem aufstrebenden Ast (11)
Standard AW: Nette Geschichten... - Dieser Beitrag ist 253 Tage alt

Nene und der Mond
Gute-Nacht-Geschichte

Jeden Abend lief Nene vorm Schlafengehen durch alle Zimmer. Sie schaute aus jedem Fenster und suchte den Mond am Himmel. Wenn sie ihn nicht entdeckte, war sie traurig.

Eines Abends, als Nene schon lange im Bett lag, klopfte es an ihr Fenster. Sie stand auf und zog den Vorhang zur Seite. Vor dem Fenster schwebte, rund und hell, der Mond.

„Hallo Nene!“, sagte der Mond. „Ich weiß, dass du jeden Abend nach mir Ausschau hältst. Heute möchte ich dir zeigen, wo ich wohne.“
Nene kletterte auf die Fensterbank. Der Mond nahm sie in den Arm und schwebte höher und höher. Er hielt Nene gut fest.

Als sie nach unten schaute, sah Nene winzig kleine Häuser, Bäume und Strassen. Neben ihr blinkten die Sterne.
„Hier oben bin ich jede Nacht“, erzählte der Mond. „Aber manchmal kannst du mich nicht sehen, weil ich mit den Wolken Verstecken spiele.“ Die Wolken sahen aus wie große Wattebäusche. Nene streckte die Hand aus und fasste eine Wolke an. Sie war ganz weich und kitzelte sie an der Nase. Nene lachte.

„Das hier sind meine Nachbarn, die Sterne.“ Der Mond zeigte auf die vielen leuchtenden Punkte am Himmel. „ Ich mag sie sehr gerne, sie glänzen so hell.“ Nene fand die Sterne auch wunderschön.

„Jetzt bringe ich dich zurück in dein weiches Bett, damit du schlafen kannst, liebe Nene. Nun weißt du immer, wo ich bin. Als Erinnerung an unseren Ausflug möchte ich dir das hier schenken“, sagte der Mond und reichte Nene einen kleinen, funkelnden Stern. Sie hielt ihn ganz fest in ihrer Hand, als der Mond sie wieder auf der Fensterbank absetzte.

In dieser Nacht träumte sie vom Mond, von weichen Wolken und glänzenden Sternen. Neben ihr auf dem Kopfkissen lag der kleine, leuchtende Stern und wachte über ihren Schlaf.

Julia Breitenöder
Mit Zitat antworten nach oben