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Angst vor der Wahrheit? Kinder die an der Norm kratzen

Dies ist eine Diskussion �ber "Angst vor der Wahrheit? Kinder die an der Norm kratzen" im "Chat Ecke" Forum, als Teil von Elternfragen.net - Forum für Eltern mit medizinischen Fragen rund um Kinder
Hi könnt ihr mir das mal erklären? Ich hab in meinen alten Forum (ist ein Forum nur mit Kinder zw. 22 und 25 Monaten alt) ...


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  #1 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 10:45
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Standard Angst vor der Wahrheit? Kinder die an der Norm kratzen - Dieser Beitrag ist 591 Tage alt

Hi

könnt ihr mir das mal erklären?

Ich hab in meinen alten Forum (ist ein Forum nur mit Kinder zw. 22 und 25 Monaten alt) auch in einem Post über die Vorstellung bei der Frühförderung berichtet.

Nachdem erst keine Antwort kam - musst ich mich dann eigentlich nur noch erklären. Wieso weshalb denn bitte Frühförderung wenn es doch eigentlich keine Defizite gibt.
Stimmt bisher ist nur die Sprachentwicklung wirklich nicht altersgerecht, aber selbst das wird in Zweifel gezogen.

Es wurde sich am Puzzle-Beispiel aufgehangen.
Und ich hatte das Gefühl - jede deren Kind nicht viel spricht und nicht puzzelt fühlte sich in irgendwie angesprochen ja fast angegriffen, ihr Kind würde nicht der Norm entsprechen.

Wollt ich damit gar nicht sagen - (wollt aber schon postiv berichten, das es nicht weh tut und wer immer Zweifel bei der Entwicklung seines Kindes hat, dort gut aufgehoben. )
Zum Einen hat Töchterchen ja sowieso einen ganz anderen Hintergrund und man kann grad solche Sachen nicht vergleichen.
Zum Anderen was ist so schimm daran - Auffälligkeiten, die sich in echte Defizite entwickeln können (aber nicht müssen) durch frühe Förderung positiv zu beeinflussen, und nicht zu warten bis man ein echtes Defzit behandeln muss?
Es ist klar nicht jedes und Alles muss immer therapiert werden - es ist immer ein Entscheidung, die ganz individuell für ein einzelnes Kind getroffen wird.
Warum wird die Entscheidung / Empfehlung eines ganzen Teams in Frage gestellt ?
Ist mir übrigens schon oft aufgefallen, das Aussagen von Ärzten & Co in Zweifel gezogen werden, wenn sie die "eigenen heile (normale) Welt" 'angreifen'.

Ich hoffe auf viele Antworten und eine interessante Disskusion.

lg Sandra
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  #2 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 11:05
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Teetante
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Standard Angst vor der Wahrheit? Kinder die an der Norm kratzen - Dieser Beitrag ist 591 Tage alt

Hallo Sandra!

Ich kann mir gut vorstellen, daß Du angegriffen wurdest! Bestes Beispiel ist doch meine Bekannte, die es auch nicht wahr haben will und immer sagt, das ist alles in Ordnung so, wie es ist, da wird nicht herumtherapiert und überhaupt könne man ja nicht alle Kinder vergleichen, denn der eine fängt fürher an und der andere eben später. Wahrscheinlich, so könnte ich mir das vorstellen, will man es als Mutter einfach nicht wahrhaben, daß mit dem Kind vielleicht etwas nicht so ganz in Ordnung sein könnte! Auch wenn es leicht behebare Defizite sind, eigentlich denkt doch immer jeder, sein Kind ist vollkommen und ein Wunder. Da paßt es nicht in die Vorstellungen, daß es auch anders sein kann.

Ich finde es klasse, daß Ihr diesen Termin hattet und nun auch den Defiziten Paroli bietet, es ist doch gut so früh wie möglich damit anzufangen, damit Schlimmeres vermieden wird!

Liebe Grüße, Andrea
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  #3 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 12:46
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mämchen
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Standard Angst vor der Wahrheit? Kinder die an der Norm kratzen - Dieser Beitrag ist 591 Tage alt

Hallo, Sandra,
deiner und Andreas Meinung bin ich auch, gestärkt durch zwei Beispiele im Freundes-/Verwandtenkreis. Bspw. der Sohn meiner besten Freundin war schon recht früh auffällig, darauf angesprochen, erklärte sie mir, das Kind sei eben anders als andere, hochintelligent, aber introvertiert. Nun ist er in der 5. Klasse, seit der 2. Klasse gibts Probleme in jeder Richtung, und seit zwei Jahren rennen sie täglich zu einem anderen Arzt/Osteopathen/Heilpraktikerin/Ergothera-peuten und was es so alles gibt. Es scheint besser zu werden, aber die jüngere Schwester, bisher problemlos, kam wohl deswegen zu kurz und schießt nun auch quer. Unser Patenkind hat Lese-Rechtschreibe-Schwäche, wurde aber geheim gehalten. Als wir erfuhren dass er nicht versetzt wurde, sprach die Mutter von einem "Stigma". Ich hab ihr gesagt, dass es mit LRS zwar schwierig sei, aber Grund sich zu schämen habe man nur, wenn man Probleme oder Schwierigkeiten bemerke und nichts tun würde - aber sie läßt ihn ja fördern, und das find ich ganz i. O. Seitdem können wir drüber reden...

Schönen Sonntag wünscht

mämchen
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  #4 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 14:04
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Schwieriges Thema...einerseits fördern wir unsere Kinder auf Teufel komm raus, PEKiP, Babyturnen, gerne auch mal die fremdsprachliche Krabbelgruppe...auf der anderen Seite wird oft Kindern, die wirkliche Förderung benötigen, diese verwehrt, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf...

Und dann gibt es da, noch ein anderer Aspekt, die "Modediagnose" ADS, wo ich doch das Gefühl habe, dass viele Ärzte mit der Diagnose und der medikamentösen Behandlung (sicher oft auch auf Drägen der Eltern) ziemlich schnell bei der Hand sind.

Beim Schreiben fällt mir grade auf, dass das eigentlich alles nur mehrere Seiten derselben Medaille sind - Kinder müssen "funktionieren", dürfen nicht ihr eigenes Tempo haben, dürfen auch keine Schwächen zeigen. Es hat ja auch jedes Kind gefälligst mit 6 Monaten durchzuschlafen. :
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  #5 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 16:10
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Teetante
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Standard Angst vor der Wahrheit? Kinder die an der Norm kratzen - Dieser Beitrag ist 591 Tage alt

Hi einszweidrei!

Hihi, die folgende Frage kann nur von einer kinderlosen "Dummen" kommen:

Was bitte ist PEKiP??

Liebe und unwissende Grüße, Andrea
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  #6 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 17:01
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PEKiP heißt Prager Eltern-Kind-Programm. Rita Süßmuth (die ist Schirmherrin hier in Deutschland) hat das mal kurz, treffend und sehr verständlich so definiert: ""Das Prager-Eltern-Kind-Programm als handlungsorientierte Form der Väter- und Mütterbildung hilft in vorbildlicher Weise, für die psychosozialen und physischen Bedürfnisse des Babys je nach Entwicklungsstand zu sensibilisieren, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern anzuregen und einen wichtigen Beitrag zur Schaffung stützender sozialer Netze für junge Familien zu leisten. "

Für "Normalmenschen": Man zieht die Kinder nackt aus (wegen der besseren Beweglichkeit) und macht allerlei Spiele mit ihnen (oder wie es in PEKiP-Deutsch heißt: gibt Anregungen), die ihnen helfen, den nächsten Entwicklungsschritt (also Kopf heben, drehen, robben, krabbeln, sitzen, laufen,...) in Angriff zu nehmen. Außerdem werden Lieder gesungen (wegen der verbalen Fähigkeiten und damit Muttern nicht für alle Zeiten nur "Hänschen klein" und "Backe backe Kuchen" im Repertoire hat ) und (wichtiger Punkt!) man lernt andere Eltern (i.d.R. Mütter, gelegentlich wird auch mal ein Papa gesichtet) kennen und kann sich austauschen.

Ist zu empfehlen! 8)
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  #7 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 19:35
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Zitat: von einszweidrei
Schwieriges Thema...einerseits fördern wir unsere Kinder auf Teufel komm raus, PEKiP, Babyturnen, gerne auch mal die fremdsprachliche Krabbelgruppe...auf der anderen Seite wird oft Kindern, die wirkliche Förderung benötigen, diese verwehrt, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf...
stimmt
Ich glaub das war es was mich so daran genervt hat (ohne das es mir so bewußt war). Mach ich diesen ganzen krams nicht, bin ich schon in der Rabenmutterecke - weil ich mein kind nicht fördere.
Will ich gezielt auf evtl. Problem hin fördern - muss ich mich der Frage stellen ob das denn wirklich not tut.

Achso ich war wirklich nicht bei diesen Kursen, hatte bei der Kleinen aber auch den einfach Grund mit nem Kind das ständig mit ner bakteriellen Bronchits kämpft, muss man da glaub ich auch nicht hin.

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kratzen, norm, kinder, wahrheit?, angst

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